Typische Fehler, die Täter häufig machen
In vielen Delikt-Bereichen machen Täter immer wieder ganz ähnliche Fehler. Diese geschehen dann häufig aus Stress, einer angewöhnten Routine, aus Selbstüberschätzung oder weil Täter digitale sowie physische Spuren unterschätzen. Kriminalpsychologen als auch Ermittler können in diesem Zusammenhang wiederkehrende Muster beobachten und es lassen sich dann viele kleine Hinweise zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Dazu nun die häufigsten Fehler, die Täter vor, während und nach ihren Taten begehen:
Täter machen oft schon Fehler bei der Planung
Täter machen oft schon Fehler bei der Planung, indem sie digitale Spuren, zum Beispiel bei Suchanfragen im Internet oder bei Käufen von Tatwerkzeugen über das eigene Konto, hinterlassen. Ebenso können beispielsweise Smartphones, Messenger, Cloud-Dienste, Standortdaten oder WLAN-Verbindungen Spuren in Form nachvollziehbarer Bewegungen und Kontakte hinterlassen. Sogar gelöschte Daten können zum Teil wieder rekonstruiert werden.
Dann beziehen kriminelle Menschen bei ihrer Planung oft Komplizen mit ein. Aber zu viele Beteiligte erhöhen auch das Risiko, dass einer an falscher Stelle zu viel redet oder sich auf einen Handel mit der Polizei einlässt.
Ehrgeizige Täter wünschen sich häufig das perfekte Verbrechen. Nur wenn man zu komplex plant, kann man auch schnell an unvorhersehbaren Ereignissen/Zufällen/Gegebenheiten, wie beispielsweise unerwartete Zeugen, Menschen die einen kennen/erkennen, Baustellen oder Straßensperren, scheitern.
Fehler, die Täter meist am Tatort machen
Täter unterschätzen gerne mal die Forensik, indem sie glauben, dass das Tragen von Handschuhen ausreicht. Dabei vergessen sie aber, dass sie am Tatort Hautschuppen, Haare oder Schweiß (also DNA-Spuren), Fasern, Schuhabdrücke, Werkzeugspuren oder Mikrospuren hinterlassen. Einiges verbindet Personen dann mit gewissen Orten oder Gegenständen.
Auch kann das Handy zum Problem werden, denn Smartphones buchen sich in Funkzellen ein oder zeichnen GPS-Daten auf. Und der Flugmodus kann dann nicht immer schützen.
Wenn Kriminelle die Nerven verlieren, können sie auch hektisch und panisch werden. Unter stressigen Bedingungen können schnell Flüchtigkeitsfehler, wie zum Beispiel das Liegenlassen von persönlichen Gegenständen (Quittungen, Notizen oder eine Brille), passieren.
Fehler, die Tätern häufig durch das Verhalten nach einer Tat passieren
Relativ oft passiert es, dass Täterwissen nach einer Tat ausgeplaudert wird. Denn es kann schnell das Bedürfnis entstehen, mit einer Tat zu prahlen oder zu versuchen sich zu entlasten. Das aber führt nicht selten zu Geständnissen gegenüber vertrauen Personen oder sogar verdeckten Ermittlern.
Auch können sich Täter oftmals Verhaltensänderungen nicht verkneifen. Dann wird beispielsweise plötzlich viel Geld ausgegeben oder Personen tauchen auf einmal unter oder verhalten sich extrem nervös in Gegenwart der Polizei. Alles das macht sie dann verdächtig.
Auch kommt es vor, dass Täter zum Tatort zurückkehren. Sie sind tatsächlich neugierig oder verspüren den Drang nach Kontrolle. Dabei können sie dann gefilmt oder gesehen werden.
Täter vergessen, dass es gewisse Überwachungssysteme gibt
Einige Täter unterschätzen Überwachungssysteme und wo sie sich überall befinden können und auch wir als Detektei werden immer wieder damit beauftragt, entsprechende Systeme zu installieren – z.B. in unserem Einsatzgebiet Hamburg Altona, in dem wir immer wieder unterwehs sind. Es kann sich dabei zum Beispiel um Kameras (u.a. auf öffentlichen Plätzen), Mautdaten, Zugangssysteme, Banktransaktionen oder ÖPNV-Daten handeln, die oft ungewollte Bewegungsprofile erzeugen.
Verwicklung in widersprüchliche Aussagen
Menschen unter Druck können sich eher in widersprüchlichen Aussagen verwickeln und/oder Details in Aussagen verändern sich bei einer erneuten Befragung. Ermittler können zum Beispiel Aussagen mit Zeitstempeln, Zeugenaussagen, Kamerabildern oder technischen Daten vergleichen.
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