Unterhalt: Was tun, wenn der Ex-Partner Vermögen verschweigt?
Wenn zwei Menschen sich zusammenfinden und heiraten, geschieht das meist aus Liebe. An materielle Dinge oder an Geld wird dann eher weniger gedacht. Kommt es dann aber zu Streit und Auseinandersetzungen, die dazu führen, dass die Ehe zerbricht, wird Geld allerdings sehr häufig ein großes Thema. Der Hauptpunkt ist dann meist das beidseitige Vermögen sowie die jeweiligen Angaben darüber.
Wenn Paare keinen Ehevertrag haben, leben sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Dies bedeutet, dass derjenige, der während der Ehe weniger Vermögen erwirtschaftete als der andere Ehepartner, einen Anspruch auf eine sogenannte Ausgleichszahlung hat.
Auskunft über die Vermögensverhältnisse
Dafür muss man aber zunächst herausbekommen, wie sich mit der Zeit ein Vermögen in der Ehe entwickelt hat. Beide Partner haben Anspruch auf Auskunft über die Vermögensverhältnisse des anderen am Trennungstag. Mit dieser Regelung will man verhindern, dass einer nach der Trennung Vermögenswerte bei Seite schafft, damit er bei der Scheidung weniger abgeben muss. Nicht immer kann das so einfach geklärt werden und es kann schnell der Verdacht aufkommen, dass der Ex-Partner Vermögen verschweigt.
Wenn man den starken Verdacht hat, dass der „Ex“ bei einer Scheidung, Vermögensaufteilung oder Unterhaltsangelegenheit Vermögen verschweigt, kann man folgendes versuchen, um diese Situation besser aufzuklären:
Wichtige Unterlagen sammeln
Mit Unterlagen sind zum Beispiel Kontoauszüge, Steuerbescheide, Gehaltsabrechnungen, Immobilienunterlagen sowie weitere Finanz-Dokumente gemeint. Diese sollten aufbewahrt sowie geordnet werden. Außerdem können frühere, gemeinsame Unterlagen Hinweise auf vorhandene Konten, Depots, Beteiligungen oder andere Vermögenswerte geben.
Wenn man Unstimmigkeiten entdeckt, diese dokumentieren
Unstimmigkeiten, wie beispielsweise auffällige Geldbewegungen, plötzliche Vermögensübertragungen oder widersprüchliche Angaben, sollte man schriftlich festhalten und sich notieren (wann und warum man einen Verdacht hat/hatte).
Auskunftsansprüche nutzen
Bei einigen Verfahren, die das Familienrecht betreffen, gibt es gesetzliche Auskunftspflichten. Ist man da unsicher, kann ein Anwalt helfen, vollständige Vermögensauskünfte einzufordern. Wenn Angaben verweigert werden oder diese unvollständig erscheinen, besteht die Möglichkeit, gerichtliche Schritte einzuleiten.
Sich professionelle Unterstützung holen
Als Laie – und dementsprechend mit wenig oder wahrscheinlich gar keiner Erfahrung in diesem Bereich – kann es sehr sinnvoll sein, professionelle Unterstürzung in Anspruch zu nehmen. Das kann ein auf Familienrecht spezialisierter Rechtsanwalt sein der dann beurteilt, welche Informationen rechtlich verlangt werden können und welche Beweise relevant sind. Aber auch ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer kann bei komplexen Vermögensverhältnissen helfen.
Die Unterstützung einer Detektei in Betracht ziehen
Eine weitere, professionelle Hilfe in bestimmten Fällen kann eine seriöse Detektei sein – wie etwa in Hamburg Wandsbek. Detektive können dann dabei helfen, tatsächliche Lebensumstände, geschäftliche Aktivitäten oder Hinweise auf ein verschwiegenes Vermögen zu recherchieren. Dabei ist es nur sehr wichtig, dass ausschließlich legale Ermittlungen durchgeführt werden. Deshalb sollte eine Detektei ausreichend Erfahrung mit familienrechtlichen sowie vermögensbezogenen Sachverhalten haben. Man kann auch im Vorfeld (also vor einer Beauftragung und um ganz sicher zu gehen) mit einem Anwalt abklären, welche Ermittlungen sinnvoll als auch rechtlich verwertbar sind.
Von eigenmächtigen Nachforschungen ist abzuraten
Es könnte einem in den Sinn kommen, selbst Nachforschungen zu betreiben. Aber davon muss man eher abraten, denn beispielsweise ein „heimliches“ Hacken von Konten, das Ausspähen von Passwörtern oder ein unbefugter Zugriff auf persönliche Daten kann rechtliche Konsequenzen haben und somit sehr nachteilig werden. Es ist daher immer besser, Beweise stets auf einem rechtmäßigen/legalen Weg zu beschaffen.
Die Ruhe bewahren und versuchen, strategisch vorzugehen
Eine Trennung / Scheidung ist oft so schon belastend und nervenaufreibend genug. Verständlich ist, dass man in so einer Situation nervös, misstrauisch und in Sorge ist. Trotzdem sollte man versuchen, die Ruhe zu bewahren sowie strategisch vorzugehen. Denn nur ein bloßer Verdacht reicht oft nicht aus. Umso besser Informationen dokumentiert als auch professionell aufgearbeitet werden, desto größer werden die Chancen sein, die tatsächlichen Vermögensverhältnisse nachvollziehen zu können.
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