Wie Kriminelle soziale Medien für ihre Zwecke nutzen
Soziale Medien haben den Austausch von Informationen wesentlich vereinfacht und bieten sowohl Vorteile als auch Risiken. Mit letzterem ist nicht nur die problematische Nutzung von Netzwerken und Plattformen wie Instagram, TikTok und Co., im Hinblick auf Suchtgefahr gemeint, sondern insbesondere auch eine ganz andere, reale Gefahr: Kriminelle nutzen verstärkt soziale Medien für illegale Aktivitäten und um Menschen gezielt zu betrügen oder zu manipulieren. Was sind die gängigsten Methoden und wie gehen Täter dabei vor?
Wenn persönliche Daten zur Ware werden
Das grundlegende Problem sozialer Medien ist es, dass Nutzer in vielen Fällen private Informationen wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Hobbys oder auch individuelle Vorlieben angeben, die zunächst einmal von dubiosen Firmen verwendet werden können, um Nutzer dann gezielt mit Werbung anzusprechen. Das ist zunächst einmal, wenn auch nicht harmlos, auch nicht unmittelbar problematisch, zeigt aber, dass personenbezogene Daten im Internet einen hohen Stellenwert haben. Abseits von Werbung oder Spam, werden auch tatsächliche Straftaten in bzw. über soziale Medien begangen. Dazu zählen insbesondere:
Identitätsdiebstahl
Beim sogenannten Identitätsdiebstahl kopieren oder hacken Kriminelle Profile von echten Personen, um anschließend im Namen dieser Person zu handeln. Ziel ist es meist, auf diese Weise das Vertrauen von Freunden, Bekannten oder Followern auszunutzen, um so an Informationen oder in vielen Fällen auch an Geld zu kommen. In der Regel senden die Täter dabei Nachrichten mit gefälschten Links und Betroffene merken erst spät, dass ihr Name bzw. ihr Profil missbraucht wurde.
Phishing
Phishing hängt zwar eng mit Identitätsdiebstahl zusammen, ist aber eine andere Methode. Während beim Identitätsdiebstahl eine Person oder ein Profil kopiert oder gehackt wird, geben sich Täter beim Phishing als jemand anderes aus und müssen erst eine Vertrauensbasis schaffen. Beim Phishing geben sich Täter oft als Bank oder Unternehmen aus und schicken Links zu täuschend echt gefälschten Webseiten. Hier sollen die Betroffenen dann Passwörter, Bankdaten oder andere sensible Informationen eingeben, die die Täter dann abgreifen und nutzen können.
Cybermobbing und Erpressung
Als Cybermobbing bezeichnet man das wiederholte, gezielte Beleidigen, Bloßstellen oder Belästigen von Personen im Internet. Dabei handelt es sich nicht bloß um ein sogenanntes Kavaliersdelikt, sondern unter Umständen durchaus um eine echte Straftat, für die Täter rechtlich belangt werden können. Wenn private Informationen oder Bilder genutzt werden, um Druck auszuüben, weitere Inhalte zu erzwingen oder die betroffene Person anderweitig zu schädigen, spricht man von Erpressung in sozialen Medien.
Verkauf illegaler Waren
Kriminelle nutzen soziale Medien auch, um gefälschte oder verbotene bzw. illegale Produkte zu verkaufen. Das geschieht häufig über private Chats, versteckte Communitys oder geschlossene Gruppen, welche für außenstehende Personen zunächst schwer zugänglich sind. Nutzer riskieren hier, entweder betrogen zu werden, oder aber unbeabsichtigt in illegale Aktivitäten verwickelt zu werden. Auf ähnliche Weise funktionieren auch Geldwäsche- und Betrugssysteme, bei denen ahnungslose Opfer in scheinbar legitime Investments oder Jobangebote zu locken.
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