Wirtschaftsdetektei: Die häufigsten Fälle in Unternehmen
Die Zahl der Straftaten gegen Unternehmen nimmt bundesweit zu. Neben Sachbeschädigung, Diebstahl- und Einbruchsdelikten steigt vor allem auch die Zahl der Wirtschaftsdelikte, die Unternehmen durch Betrug, Untreue oder auch Korruption erheblichen finanziellen und reputativen Schaden zufügen. Betroffen sind nahezu alle Unternehmen, unabhängig von Unternehmensgröße und Ausrichtung.
Am gravierendsten sind Delikte, die von den eigenen Mitarbeitern oder Führungskräften begangen werden, da das Vertrauen innerhalb des Unternehmens nachhaltig erschüttert werden kann. Was sind die häufigsten Fälle, mit denen sich Wirtschaftsdetekteien in diesem Zusammenhang auseinandersetzen müssen?
Betrug und Untreue
Rund 58 Prozent der häufigsten Delikte im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität fallen auf den Bereich Betrug und Untreue. In den meisten Fällen werden entsprechende Taten erst spät entdeckt, oft durch Zufall oder interne Prüfungen. Daher ist es wichtig, interne Kontrollmechanismen zu etablieren, um frühzeitig reagieren zu können. Zu den häufigsten Fällen im Bereich Betrug und Untreue zählen beispielsweise:
Krankheitsbetrug: Vortäuschen von Krankheit, um Lohnfortzahlungen und Sozialleistungen zu erschleichen.
Spesenbetrug: gefälschte oder überhöhte Ausgabenabrechnungen (z.B. private Mahlzeiten als Geschäftskosten geltend machen).
Buchhaltungsbetrug: Umleitung von Unternehmensgeldern durch manipulierte Abrechnungen oder verschleierte Überweisungen.
Kick-Back-Zahlungen: Vergabe von Aufträgen an Dritte gegen Provision oder anderweitige Vorteile.
Die meisten dieser Fälle treten in Finanz-, Einkaufs- und Vertriebsabteilungen auf, und werden häufig durch mangelhafte oder fehlende Kontrollmechanismen begünstigt.
Diebstahl und Unterschlagung
Auf Diebstahl und Unterschlagung fallen etwa 40 Prozent der häufigsten Fälle von Wirtschaftsdelikten, wobei die Dunkelziffer wesentlich höher liegen dürfte. Auch hier helfen nur konsequente Kontrollen, etwa das Zwei-Augen-Prinzip und konsequente Bestrafungen bei Fehlverhalten, um eine möglichst große Hemmschwelle zu schaffen und potenzielle Täter vom Begehen strafbarer Handlungen abzuhalten. Zu den häufigsten Delikten dieser Kategorie zählen insbesondere:
Diebstahl von Büroausstattung: Entwendung von Geräten wie Laptops, Druckern oder Büromaterialien.
Unterschlagung von Bargeld: Manipulation von Kassenabrechnungen oder Umleitung von Einnahmen in private Taschen.
Lager- und Materialdiebstahl: Entnahme von Warenbeständen oder Rohmaterialien aus Lagern für privaten Gebrauch oder Weiterverkauf.
Fälle von Diebstahl und Unterschlagung zeigen, wie wichtig transparente Abläufe und funktionierende Kontrollmechanismen im Unternehmensalltag sind. Wer klare Regeln vorgibt und konsequent kontrolliert, stärkt die Integrität im gesamten Unternehmen.
Datendiebstahl und Missbrauch
Mit 31 % schlägt die Kategorie Datendiebstahl und Datenmissbrauch. Die Fälle in diesem Gebiet werden vor allem durch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung begünstigt, welche beispielsweise sensible Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse oder auch geistiges Eigentum angreifbar macht. Zu dieser Kategorie zählen vor allem folgende Delikte:
Kopieren sensibler Daten: Mitarbeiter speichern Kundendaten, Preislisten oder Strategiepapiere auf privaten Geräten und leiten sie an Wettbewerber weiter.
Insider-Sabotage: Manipulation oder Löschung von Daten zur Vertuschung anderer Delikte oder zur gezielten Schädigung des Unternehmens.
Phishing: Mitarbeiter fallen auf manipulierte Anfragen herein oder teilen Zugänge bewusst unbefugt mit externen Partnern.
Der Schutz sensibler Daten zählt heutzutage zu den zentralen Aufgaben jedes Unternehmens. Nur durch moderne IT-Sicherheitsmaßnahmen, klare Zugriffsrichtlinien und regelmäßige Mitarbeiterschulungen lässt sich das Risiko von Datendiebstahl und Missbrauch wirksam reduzieren.
Wie kann man sich effektiv schützen?
Wirtschaftskriminalität hat viele Gesichter. Um sich gegen entsprechende Delikte bestmöglich zu schützen, müssen Unternehmen präventive Maßnahmen wie Mitarbeiterschulungen und Hinweisgebersysteme einführen, sowie interne Kontrollsysteme installieren, die regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren sind. Sofern der Verdacht auf ein konkretes Delikt besteht, können auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Privatermittler professionelle Unterstützung bei der Aufklärung des Sachverhalts und der Sicherung belastbarer Beweise leisten.
Einen 100-prozentigen Schutz gibt es aber auch im Bereich Wirtschaftsdelikte nie. Um das wirtschaftliche Risiko allerdings weitestgehend zu minimieren, ist es wichtig, klare Richtlinien zu etablieren, Mitarbeiter im Umgang mit dem Thema zu sensibilisieren und in zunehmendem Maße auch in IT-Sicherheitsvorkehrungen zu investieren. Eine auf Wirtschaftskriminalität spezialisierte Detektei kann nicht nur dann, wenn Delikte schon geschehen sind, bei der Aufklärung unterstützen, sondern auch im Vorfeld tätig sein und Unternehmen bezüglich effektiver Sicherheitsstrategien beraten. Da jedes Unternehmen unterschiedliche Strukturen und Prozesse aufweist, ist eine individuelle Anpassung von Sicherheitskonzepten unumgänglich.
Fazit
Der Schaden, der Unternehmen jedes Jahr durch Wirtschaftsdelikte entsteht, geht in die Milliardenhöhe. Für das Jahr 2024 meldete das BKA einen Schaden von 2,76 Milliarden Euro, wobei insbesondere Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen eine große Rolle spielte. Man kann davon ausgehen, dass Wirtschaftskriminalität auch in Zukunft ein Thema für nahezu jedes Unternehmen bleibt – vor allem die zunehmend komplexer werdenden digitalen Möglichkeiten werden auch komplexere Betrugsmethoden möglich machen. Wichtig ist, das Thema zu verfolgen und bestenfalls auf die Unterstützung eines Experten in Sachen Wirtschaftskriminalität zurückzugreifen.
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