Mythen über Detektive: Was stimmt – und was Hollywood erfunden hat
Zahlreiche Mythen ranken sich um Detektive, besser gesagt um den Beruf Detektiv und den damit verbundenen Alltag, der in Wirklichkeit aber oft weniger spektakulär ist, als es Hollywood und Co. einem weismachen wollen. Was also stimmt und was wurde nur erfunden?
Mythos 1: Detektive sind einsame Superhelden
Verrauchte Ein-Mann-Büros, endloser Whisky und gebrochene Herzen. Das Klischee des einsamen Ermittlers lebt von Melancholie und Zigarettenrauch – Fälle werden selbstverständlich alleine und nicht durch die Unterstützung anderer gelöst. In der Realität arbeiten Detektive allerdings meist in einem Team, oft auch gemeinsam mit Anwälten oder Strafverfolgungsbehörden zusammen, um Fälle effizient und vor allem rechtssicher zu bearbeiten.
Mythos 2: Detektive leben gefährlich
Kugeln fliegen durch die Luft, Autos explodieren und der Protagonist bereitet den nächsten Plot-Twist in der Deckung vor – in Filmen und Romanen leben Detektive in der Regel in permanenter Gefahr. Tatsächlich ist Detektivarbeit allerdings eher unspektakulär und beschränkt sich meist auf diskrete Observationen, Berichte und rechtliche Absicherung. Zudem sind Privatdetektive unbewaffnet und arbeiten gewaltfrei.
Mythos 3: Detektive sitzen oft stundenlang im Auto und observieren
In vielen Detektivfilmen darf die obligatorische „Wartephase“ bei Observationen nicht fehlen, häufig begleitet von Zigaretten, Kaffee oder wahlweise auch hochprozentigem Alkohol. Dieses Klischee stimmt zumindest insofern, als dass stundenlange Observationen durchaus bei der realen Detektivarbeit zum Einsatz kommen. Alkohol allerdings, ist für professionelle Detektive während der Arbeit selbstverständlich absolut tabu.
Mythos 4: Detektive sitzen stundenlang vor Akten, Berichten oder Computermonitoren
Filme zeigen häufig gründliche Aktenprüfung und nächtelanges Recherchieren bei Unmengen von Kaffee. Dieses Klischee stimmt zumindest teilweise, denn ausgedehnte Recherchen, das Sichten von Dokumenten und eine sorgfältige Analyse gehören auch zum echten Detektivalltag dazu.
Mythos 5: Detektive benutzen Hightech-Gadgets
In James-Bond-Filmen wird 007 stets mit neuen Hightech-Gadgets ausgestattet, die von der Q-Abteilung entwickelt werden. Laser-Uhren, Miniatur-Explosivstoffe, Spezialwaffen oder Röntgen-Brillen haben aber mit dem realen Detektivalltag so wenig zu tun wie ein geschüttelter Martini mit einem kalten Kaffee. Typische Werkzeuge, die bei echter Detektivarbeit zum Einsatz kommen, sind beispielsweise Kameras und Videotechnik für Aufnahmen in öffentlichen Bereichen, Ferngläser zur Observation, Laptops und Smartphones für Recherchen in öffentlichen Quellen sowie Notizmaterial. Funkgeräte dienen zudem häufig der Teamkoordination während Beschattungen.
Mythos 6: Detektive lösen Fälle durch geniale Deduktion
Insbesondere einer der wohl bekanntesten Detektive aller Zeiten, Sherlock Holmes, löst seine Fälle bekanntlich vornehmlich durch geniale Deduktion. Das bedeutet, dass er durch vermeintliche Kleinigkeiten, etwa Kratzer auf Kleidungsstücken oder kaum wahrnehmbare Gerüche an einem Tatort, Rückschlüsse auf Tathergänge, Beteiligte oder Ursachen und Abläufe von Taten ziehen kann. Echte Detektive hingegen arbeiten primär durch Observation, Ermittlungen und Teamarbeit. Deduktion kommt hier nur unterstützend zum Einsatz.
Mythos 7: Detektive ermitteln auch Mordfälle
Kaum ein Detektivfilm kommt ohne mindestens eine Leiche aus – wie sollte sonst Spannung erzeugt werden? In der Realität haben Detektive allerdings gar keine Kompetenz zur Klärung solcher Fälle, Mordfälle sind ausschließlich den Polizeibehörden vorbehalten.
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