Körpersprache lesen: Was Gesten und Verhalten aussagen und verraten können
Dass wir mehr durch verschiedene Gesten und auch allein durch die Haltung unseres Körpers verraten können als wir annehmen und vermuten würden, ist Fakt. Schon seit langer Zeit nutzt die Polizei die Verhaltensanalyse bei Ermittlungsverfahren, um mehr zu erfahren, als ausgesprochen wird. Angst, Unsicherheit, Unruhe, Nervosität, auch die Schweißbildung, oder auch das Lügen können geschulte Ermittler schon nach wenigen Minuten bei Befragungen und Verhören erkennen und deuten. Ebenso auch bestimmte Verhaltensmuster, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können, zeigen auf, was das Gegenüber denkt und wie es sich bei bestimmten Fragen beispielsweise verhält.
Die Grundlagen der Verhaltensanalyse im Ermittlungsalltag
Es gibt einige Eckpunkte, an denen man sehr gut erkennen kann, wie es im Innern des Gegenübers aussieht. Was gefühlt wird und ob eine Kooperation besteht, oder eher Gegenwehr. Beispiel: Spricht der Betroffene ruhig und im Fluss, ohne Stockungen und langen Denkpausen. Antwortet er präzise auf alle Fragen, ohne nach Worten zu suchen, kann man davon ausgehen, dass seine Aussagen der Wahrheit entsprechen könnten. Wird sich immer wieder ins Gesicht gefasst, die Arme werden verdeckt und verschränkt, wie auch die Hände. Der Betroffene wirkt unruhig und weicht den Blicken des Gegenübers aus. Zudem hält er immer wieder Denkpausen, um sein Sätze zu formulieren, kann davon ausgegangen werden, dass er wahrscheinlich nicht die Wahrheit sagt. Das Grundverhalten eines jeden Menschen ist zwar von Person zu Person verschieden, doch es gibt bestimmte Muster in Gestik und Aussprache, wie auch Körperhaltung, die sich immer wieder wiederholen.
Wichtige Ansätze befolgen
Bei Ermittlungen und Befragungen ist zunächst immer wichtig, dass die Baseline, also die Basis und der Grundstock einer Befragung ebenso scharf beobachtet wird, wie auch das Verhalten bei bestimmten Fragen. Zunächst sollte die Körpersprache des Betroffenen bei herkömmlichen und normalen Fragen zu Beginn beobachtet werden, wie „wo wohnen Sie jetzt, wohnen Sie noch allein, sind sie verheiratet“, etc. Erst dann sollten die spezifischen Fragen gestellt und die Körpersprache analysiert werden. Viele Signale bündeln und zum Konsens führen. So kann beispielsweise ein Verschränken der Arme allein nicht aussagekräftig sein. Geschieht dies aber mit anderen Faktoren, wie Sprechpausen, Unruhe und Co., dann schon eher.
Was aber immer bei Befragungen mit einbezogen und berücksichtigt werden muss, ist die Herkunft des Betroffenen und die kulturelle Situation. Denn sie kann die Körpersprache massiv mit beeinflussen. Die Aussprache und was genau wie und in welchem Tonfall und in welcher Sprachgeschwindigkeit ausgesprochen wird, kann ebenfalls schon eine Menge aussagen. Die Gestik, die Aussprache und auch die Körperhaltung sind hier in gebündelter Form stark aussagekräftig und können schon erste Hinweise bieten, die einen Verdacht verhärten, oder einen Sachverhalt womöglich wenden und generell erst zum Vorschein bringen. Fakt ist, dass besonders in der Detektiv- und Polizeiarbeit sehr viel diesbezüglich geschult wird, um das Gegenüber richtig einschätzen und lesen zu können. Dabei sind die oben erwähnten Anhaltspunkte schon einmal mit das wichtigste Werkzeug.
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